Hier setzt die Rolle der Schule als Mediator ein: Sie muss Regeln klären, wie mit digitalen Gerüchten umzugehen ist, und Schüler*innen sensibilisieren, dass ihre Handlungen online nicht neutral sind. Zudem müssen digitale Tools wie „verified“-Tags hinterfragt werden. Einen „verifizierten“ Inhalt auszuweisen heißt nicht automatisch, ihn zu rechtfertigen. Falschinterpretationen und Übertreibungen sind möglich, gerade wenn der Kontext fehlt. Der Fall von Steffi Kayser, so vage er auch bleibt, zeigt das Dilemma der modernen Informationsgesellschaft auf. Auf der einen Seite ist Transparenz notwendig, um Missstände aufzudecken und zu verhindern. Auf der anderen Seite muss die Würde des Einzelnen gewahrt bleiben, insbesondere, wenn dieser noch nicht vollendet 18 Jahre alt ist.